Barbara Kraus

Wollen Sie mit mir über Tränen sprechen?

 

Die Performancekünstlerin Barbara Kraus liest aus ihrem Text Zum Raum wird hier die Zeit oder Was vermag ein Körper, der 2017 im Sammelband Wissenskulturen im Dialog- Experimentalräume zwischen Wissenschaft und Kunst im transcript Verlag erschienen ist. Ein erster Textentwurf entstand während der Arbeit an der Performance Out there is a Field (Tanzquartier Wien 2016), wo Barbara Kraus und die Philosophin Elisabeth Schäfer, die Schnittstellen von philosophischer und künstlerischer Praxis untersuchten.

 

Die künstlerische Praxis von Out there is a Field bestand aus täglichem Schreiben, close readings, philosophischen Picknicks, einer geteilten Stille und einem performativen Setting, das sich in einer monströsen Verflechtung von Atem, Stimme, Trance und Dunkelheit dem philosophischen Konzept von Intensiv Werden, Tier Werden, Frau Werden, Unwahrnehmbar Werden (...) von Gilles Deleuze und Felix Guattari freundschaftlich hinzugesellte. Aus der Begegnung performativer und philosophischer Praxis entstand ein assoziativer Textkörper, in welchem sich Barbara Kraus ihrer fünfmonatigen Geherfahrung über die Alpen (2012) schreibenderweise annäherte und sie in Korrespondenz mit den Ereignissen von 2016 stellte.

 

Erschüttert und beeinflusst wurde diese schriftliche Annäherung durch das zeitgleich stattfindende Sterben des  Vaters von Barbara Kraus. Wollen Sie mit mir über Tränen sprechen. In den Tränengesprächen zwischen Derrida-Augustinus-Mayröcker und dem täglichen Schreiben fand sich eine Herberge für die Trauer. Zum Raum wird hier die Zeit oder Was vermag ein Körper ist eine intime Umkreisung einer künstlerischen Praxis, die es zulässt, von persönlichen Ereignissen erschüttert und transformiert zu werden. Existieren bedeutet ausgesetzt sein. Die ausgewählten und neu kontextualisierten Tagebucheinträge sind eine Annäherung an das Ausgesetzt-Sein unserer verletzlichen langsamen Körper und der Versuch, eine Sprache für das Unaussprechliche an den äußersten Rändern des Lebens zu finden.

 Barbara Kraus

 

Barbara Kraus lebt und arbeitet als Performancekünstlerin mit zahlreichen performativen Heteronymen – die sie als ihre Verbündeten begreift – in Wien. Sie studierte an der Hochschule der Künste/SNDO in Amsterdam. Seit ihrem Diplomabschluss (1994) kreiert sie Performances, Texte und Improvisationen, die von ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit sozialen, politischen, philosophischen, transgender und ökologischen Fragestellungen inspiriert sind. In ihrer Life-Art-Performance dream and walk about überquerte sie 2012 zu Fuß den gesamten Alpenbogen von Wien bis Nizza und teilte die Erfahrungen dieser Reise auf ihrem Reiselogbuch. www.barbarakraus.at

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Ein Projekt von stadt_potenziale 2017

Mit freundlicher Unterstützung von Land Tirol

In Kooperation mit tON/NOt,

Vorbrenner, Vogelweide Waltherpark und Kooio

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